Aktuelles, Dringendes, Skurriles,...

Thieme, das CRM und wir

11.04.2017
Am 10.04.2017 besuchten wir auf Einladung das Thieme Verlagshaus in Stuttgart.
Bei dem Treffen an einem schönen und sonnigen Tag mit u.a. dem Geschäftsführer des Verlages und dem Bereichsleiter Medizin, haben wir während konstruktiver Gespräche mit den Thiemevertretern ein ernsthaftes Interesse an der Verbesserung der von uns hier angemahnten Problematik vernehmen können.
Unsere im Gepäck befindlichen Lösungsvorschläge haben wir jedoch aufgrund unvereinbarer Standpunkte zwischen uns und den anwesenden CRM-Vertretern hierbei nicht vorgetragen.

Über 800 Ärzte im...

31.03.2017
Nach einer Einlasskontrolle durch die Bundespolizei und einem zusätzlichen Sicherheitscheck mit Körperscan und Durchleuchten der Taschen, versammelten sich am heutigen Freitagmorgen über 800 Ärzte im großen "Weltsaal" im Auswärtigen Amt in Berlin.
Das Thema heute lautete u.a. Tuberkulose.
Leider ist das Fachwissen der Ärzte in Deutschland hierzu bis heute noch nicht auf einem angemessen aktuellen Stand der Wissenschaft und auch die Politik sollte schleunigst handeln und die gesetzlichen Grundlagen für eine besseren (und dazu auch noch kostengünstigeren) Bevölkerungsschutz schaffen.

"Weltsaal" des Auswärtigen Amt Berlin

Übrigens: Am 20.09.1990 stimmten die Abgeordneten der DDR-Volkskammer in diesem Saal (der damals noch "Leninsaal" genant wurde) dem "Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands" zu und wickelten damit die DDR ab. Auch die nachfolgenden Ergebnisse der "Zwei-plus-Vier-Verhandlungen" wurden im so genannten "Leninsaal", dem heutigen Weltsaal des Auswärtigen Amts, vorgetragen.

Robert Koch vor 135 Jahren

23.03.2017
Robert Koch, geboren am 11.12.1843 in Clausthal/Harz und gestorben am 27.05.1910 in Baden-Baden infolge eines Herzinfarktes, erhielt im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin. Er war ein genialer Kopf und mit seinen Koch'schen Postulaten der Zeit weit voraus.
Vor genau 135 Jahren isolierte und beschrieb er als erster den Erreger der Tuberkulose. Tuberkulose ist auch heute noch ein Thema, insbesondere, da selbst Mediziner und verantwortlichen Politiker der Gegenwart noch immer "in der Vergangenheit behaftet" bleiben.
Seit Jahren plädieren wir für eine vernünftigere Vorgehensweise u.a. auch im Umgang mit dieser Infektionskrankheit, aber leider will in Deutschland niemand zuhören - glücklicherweise ist dies in anderen Ländern anders (siehe weiter unten unseren Eintrag vom 13.12.2016).
Wie unglücklich hier in Deutschland auch weiterhin mit dem Thema umgegangen wird, finden Sie bei Interesse in unserem Beitrag >>HIER<<

Eine Einladung

18.02.2017
Die Geschäftsleitung des Thieme Verlages hat uns zu einem konstruktiven Gespräch eingeladen, bei dem wir in einer Runde mit weiteren Teilnehmern und Ärzten des Verlagshauses die sich entwickelte Problematik ausführlich diskutieren wollen. Den Ort des Treffens durften wir aussuchen und so haben wir uns für Stuttgart entschieden, denn wer möchte nicht mal das Mutterhaus des Thieme Verlages besuchen?
Da wir gegenwärtig zeitlich sehr unflexibel sind, haben wir dennoch einen recht zeitnahen Termin ausmachen können und so werden wir am 10. April 2017 in die Landeshauptstadt Baden-Württemberg's reisen.
Was wir seitens des CRM gegenwärtig als sehr befremdlich ansehen ist die Feststellung, dass das Unternehmen gerade Personen zu einer Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der ITB 2017 zum Thema "Südamerika" einlädt, obgleich sie weder Amöbiasis verstanden haben, geschweige denn den "Tacaribe Komplex" auch nur annähernd kennen würden...

Reaktion zur Rezension

02.02.2017
Der
Thieme Verlag hat sich bei uns gemeldet.
Am gestrigen Mittwoch meldete sich Herr Dr. Udo Schiller bei uns. Er ist Mitglied der Thieme Geschäftsleitung. Hintergrund war unsere Beurteilung des Thieme Fachinstitutes CRM und unsere Rezension des "CRM Handbuch Reisemedizin 2017". Heute hatten wir ein erstes gemeinsames und zugleich positiv konstruktives Gespräch via Telefonkonferenz.
Wir sehen hoffnungsvoll in die Zukunft und werden weiter über die nächsten Schritte hier berichten.

Reisen in Regionen mit Zika-Virusvorkommen

26.01.2017
Sie planen einen Urlaub in eine Region in der das Zika-Virus vorkommt?
Was ist geworden aus der "Zika-Panik-Welle" des vergangenen Jahres?
Am 1. Februar 2016 rief die WHO Vorsitzende Dr. Chan einen PHEIC (Public Health Emergency of International Concern) aus, im Zusammenhang mit einer möglichen Assoziation von Infektionen mit dem Zika Virus bei Schwangeren und Mikrocephalie bei deren Neugeborenen.
Nun, ein Jahr später, finden sich keine Berichte über das, was zu erwarten gewesen wäre.
Wissenswerte Fakten zum Zika Virus und der Bedeutung für Sie als Reisende, finden Sie aktuell >>HIER<<

Urheberrechtsverletzung durch trivago GmbH

24.01.2017
Mein Bild ./. Dein Bild - Gutes Bild ./. Schnappschuß
Ein Foto, welches von einer weltweit agierenden Hotelsuch- und Preisvergleichsplattform zu Marketingzwecken verwendet wird, ist nicht zwangsläufig ein "gutes" Bild!
Das zumindest behauptet das Hotelpreisvergleichsportal trivago.
trivago hat unsere Bilder unerlaubt zu Werbezwecken weltweit eingesetzt, aber als sie es nicht mehr leugnen konnten, waren unsere Bilder nur noch "höchstenfalls Urlaubsschnappschüsse!"
Wie böse, arrogant und beleidigend ein Unternehmen wie trivago mt Menschen umgeht, die sie wegen Urheberrechtsverletzungen ansprechen, lesen Sie aktuell >>HIER<<
Seien Sie vorsichtig beim Publizieren Ihrer Urlaubsbilder und nutzen sie hin und wieder eine rückwärtige Bildsuche um zu erfahren, ob jemand Ihre Bilder benutzt.

Rezension CRM Handbuch 2017

So sah es aus in der Ausgabe CRM Handbuch Reisemedizin 2016

09.01.2017
Das hätten wir nicht erwartet!
Wenn Wissenschaft und Ethik in der Medizin schwinden, worauf wollen wir in der Zukunft dann noch bauen?
Wir haben das aktuell erschienene "CRM Handbuch Reisemedizin 2017" nach der zuvor am "CRM Handbuch Reisemedizin 2016" getätigten Kritik gesichtet.
Klicken Sie >>hier<< und schauen Sie selbst.

CRM Handbuch Reisemedizin 2017

06.01.2017
Soeben ist die lt. Vorwort von Herrn Prof. Dr. T. Jelinek "vollständig überarbeitete Ausgabe" des CRM Handbuch Reisemedizin 2017 bei uns eingetroffen.
Sie erinnern sich sicher noch an unsere Bewertung des CRM Handbuch Reisemedizin 2016 und unserer anderen Erfahrungen mit dem CRM.
Umso gespannter sind wir nun auf das, was wir in diesem aktualisierten Werk vorfinden werden.

Wir modernisieren

04.01.2017
Es war mal wieder an der Zeit, sich der Zeit anzupassen und so nutzen wir die erste Januarwoche 2017 um unseren Webauftritt neu zu gestalten.
Bis alles fertig sein wird, kann es jedoch noch ein wenig länger dauern - Sie wissen ja, diese Webseite ist privat und frei von Werbung, sowie ohne jeglichen Sponsor.

Da wo "keiner" helfen will...

24.12.2016
Es sind gut 30 Zahnärzte, die sich den Dienst im Zahnmobil Hannover teilen.
Die mobile Zahnarztpraxis begibt sich an exponierte Standorte, dort wo die Menschen sich aufhalten, die dem Sozialsystem unseres Landes entglitten sind oder denen das Geld für eine zahnärztliche Behandlung fehlt.
Egal ob arm, obdachlos, ohne Papiere, asylsuchend, ... das Team des Zahnmobil hilft unbürokratisch und ohne Fragen.
Oft behandeln sie Menschen mit vielen Vor- oder Begleiterkrankungen wie z.B. HIV, Tuberkulose, Hepatitis C.
Für das Team des Zahnmobil Hannover haben wir eine Sonderedition unseres globalen Kompendiums der menschlichen Infektionskrankheiten herausgegeben.
Frohe Weihnacht und ein gutes Neues Jahr!

TBC - Das CDC passt sich unserer Empfehlung an!

13.12.2016
Wir plädieren seit Jahren für die Einführung einer wissenschaftlichen Ausbildung zum "Infektiologen" und untermauern dies regelmäßig mit aktuellen Fehlern/Problemen, die hätten hierdurch gegenwärtig vermieden werden können.
Neben unserem alltäglichen Wirken, brachten wir dann im Januar 2015 unsere Erstausgabe des Buches "Der Kleine Infektiologe" heraus. Ein medizinisches Fachbuch, welches renommierte medizinische Fachverlage u.a. nicht in ihr Repertoir aufgenommen haben, da "die Zielgruppe zu groß sei" und man nicht wisse, wo man das Buch einordnen könne...
Wir haben es daher dann eben selbst "verlegt" in deutsch und englisch.
Nach nur zwei Jahren nach Veröffentlichung freuen wir uns, dass die Amerikanische Thorax Gesellschaft, die Amerikanische Gesellschaft Infektionskrankheiten und das amerikanische CDC soeben die Änderungen ihrer offiziellen Leitlinien zur Tuberkulosediagnostik verkündet haben. Sie schliessen sich darin nun unserer in der Erstausgabe publizierten empfohlenen Vorgehensweise an.
Mit anderen medizinisch-wissenschaftlichen Problemfragestellungen bleiben wir weiter in der Diskussion und werden darüber berichten.

Die 2. Ausgabe "DKI"

25.11.2016
Die erste Ausgabe unseres Buches "Der Kleine Infektiologe" hatte 475 Seiten auf denen über 700 Erreger von mehr als 580 Infektionskrankheiten des Menschen beschrieben wurden.

Im Januar 2017 kommt die neue Ausgabe aus der Druckerei!

Wir sind gerade im Endspurt und haben zur Entspannung mal nachgezählt, auf wie viele Erreger wir in dem neu überarbeiteten Werk kommen.
Es sind nun bereits über 1.100 Erreger, die wir im neuen Buch vorstellen werden.

Die Erstausgabe hatte 475 Seiten, was natürlich für die neue Ausgabe nicht ausreichen wird. Die genaue Seitenzahl verraten wir hier sobald wir es selbst wissen.
Auch die genaue Anzahl der Infektionskrankheiten, welche wir mit Klinik, Diagnostik, Therapie, Epidemiologie und Historie in der neuen Ausgabe haben werden, geben wir hier zeitnah bekannt.

Bei Interesse am Werk verweisen wir auf www.DerKleineInfektiologe.de

Natur pur

26.10.2016
"Warum nur in die Ferne schweifen, ..."
Europäer lieben Fernreisen, aber warum? Wir schauen für Sie mal ins benachbarte Holland und da gibt es einiges zu entdecken!
Exotic mal anders. Wir nehmen Sie daher gerne mit ins benachbarte Friesland/Nordholland...

Reisemedizin im Auswärtigen Amt

17.09.2016
Das es in Behörden manchmal etwas langsamer zugeht, ist uns allen bewußt. Aber offensichtlich ist im Auswärtigen Amt viele Jahre lang etwas daneben gegangen.
Seit 2001 veranstaltet das Auswärtige Amt zusammen mit dem Centrum für Reisemedizin CRM alljährlich im Rahmen der Tourismusmesse ITB das "Forum Reisen und Gesundheit". Die Mediziner im Auswärtigen Amt greifen auf unsere Nachfrage weiter auf die "Fachliteratur des CRM" in Form des Handbuchs Reisemedizin zurück.
Nachdem wir nun bei einer Sichtung des CRM Werkes auf nur 4 aufeinander folgenden Seiten mit 20 Krankheitsbildern über 70 Fehler entdeckten, wunderten wir uns, warum dies bisher niemandem aufgefallen ist.
Lesen Sie hier die ganze Geschichte...

Im Gespräch mit Daniel Bahr

08.09.2016
Heute hatten wir Daniel Bahr zu Besuch in Hannover.
Mit dem ehemaligen Bundesminister für Gesundheit (2011 - 2013) und heutigen Generalbevollmächtigten der Allianz Private Krankenversicherung sprachen wir über verschiedene nationale und internationale Themen der medizinischen Versorgungslage.
Vorrangig ging es dabei um "Patientensicherheit und Behandlungsqualität in der medizinischen Versorgung" und "Unsinnige, teure und nicht-effektive Behandlungen in der Medizin".
In Kürze gibt es mehr dazu auf unserem Blog www.reisemedicus.de

Unser jährliches Treffen - verspätet und in BKK

21.08.2016
In den vergangenen Jahren trafen wir uns mit unseren Netzwerkpartnern stets Anfang Mai, aber in diesem Jahr "brachen wir mit dieser Tradition" nicht nur vom Datum her.
Unser diesjähriges Treffen fand am 7. Juni 2016 in Hannover statt und es geht am 10. September in Bangkok weiter.

Netzwerktreffen am 07. Juni 2016 in Hannover:

Auf Einladung werden wir anschliessend vom 11. bis 15. September beim BDMS Academic Annual Meeting 2016 dabei sein.

Gelbfieberimpfungen

27.07.2016
In diesem Monat ist eine Änderung der internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO in Kraft getreten.
Seit dem 11. Juli 2016 gilt eine Gelbfieberimfung als lebenslang gültig und muss nicht mehr wie bisher, alle 10 Jahre wiederholt werden.
Das gegenwärtige Problem dabei: Die Umsetzung insbesondere in den potentiellen Transitländern. Bis das Wissen hierzu bei den Kontrolleuren wirklich angekommen ist, kann es noch zu Problemchen kommen bei der Ein- oder Durchreise. Diese Entscheidung hat lange auf sich warten lassen, denn es war eine "gute Geldeinnahmequelle" für die Pharmazie und die Reisemediziner/Gelbfieberimpfstellen (welche dazu eine besondere Zusatzqualifikation kostenpflichtig erwerben mussten).

WANV: Eine Gefahr für UNESCO Weltnaturerbe?

22.07.2016
Das WANV, ein seit vielen Jahren weltweit auftretendes Virus, verbreitet sich aktuell besonders aus der Region des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer in den Niederlanden. Hier ist der Bereich von der Insel Texel, über die Insel Terschelling, Vlieland bis hin nach Ameland betroffen.
Reisende, besonders in der gegenwärtigen Feriensaison, sollten sich bei geplanten Reisen in das europäische UNESCO Weltnaturerbe "Wattenmeer", welches sich von den Niederlanden, über Deutschland bis nach Dänemark erstreckt, der potentiellen Gefährdung bewußt sein.
Wir werden uns aus gegebenem Anlass im August in die besonders betroffene Region begeben und gezielte Untersuchungen durchführen.

Ihre Erfahrung mit "Reisemedizin"

08.07.2016
Besonders Fernreisende greifen häufig auf die Fachkenntnisse der Reisemedizin zurück und holen sich vor einer Reise entsprechende Informationen beim "Spezialisten".
Aber wie gut sind diese oft kostenpflichtigen Informationen und gibt es Alternativen?
Wir haben mal getestet und dabei leider keine guten Erfahrungen gemacht.
Lesen Sie hier den Artikel und wenn Sie uns ihre Erfahrungen zutragen, können Sie sogar 1 haptisches Kg Wissen gewinnen!

Festival Horizontoer 2016

30.06.2016
...und TravelMedicus ist mit dabei!
10 Alt-Holländische Plattbodenschiffe - 10 Tage - 100 Künstler - 5 Orte - 4 Inseln und das wunderschöne Wattenmeer unseres liebsten Nachbarn Holland!
Das Festival findet in der Zeit vom 5. bis 13. August 2016 statt und wenn Sie ihren Urlaub in der Zeit nicht schon anderweitig verplant haben, sollten Sie sich schleunigst an einem der Orte eine Unterkunft sichern und mitfeiern. Wir werden dabei sein und selbstverständlich angemessen und ausführlich berichten. Sehen wir uns an einem der Orte, z.B auf der Insel Texel, den Inseln Terschelling, Vlieland oder gar auf Amelamd???? Mehr dazu finden Sie auch auf: www.horizontoer.nl

Zika-Panik

09.04.2016
Auch wenn es selbst heute noch keine wissenschaftlichen Nachweise für einen Zusammenhang von Infektionen und Erkrankungen/Missbildungen gibt, ist eine angemessene Vorsicht anzuraten.
Frauen, die in Regionen reisen werden, in denen das Zika Virus gegenwärtig zugegen ist, empfehlen wir daher eine angemessene Schwangerschaftsverhütung bis 28 Tage nach Rückkehr aus den endemischen Gebieten.
Von wo das Virus gegenwärtig nachgewiesen gemeldet wird, finden Sie auf www.medicalqm.com/news (Update am 22.04.2016)

Empfehlung für Ihre Reiseapotheke:

01.04.2016
"Miasmex" heißt ein neu auf dem Weltmarkt eingeführtes Medikament zur Behandlung von Infektionserkrankungen. Es ist in allen Altersgruppen effektiv einsetzbar und wirkt sowohl gegen Bakterien, wie auch gegen Viren und andere Erreger.
Auch wenn wir grundsätzlich gegen Pharmawerbung sind, so denken wir bei diesem innovativen Mittel überwiegt der positive Nutzen für Reisende und daher heute einmal eine derartige "Produktwerbung".
Hinweis: Bitte beachten Sie das Datum!

Nachtrag, 02.04.2016: Das war ein Aprilscherz!
Die Erklärung dazu gibt es auf www.reisemedicus.de

Ein Friedensnobelpreisträger

09.03.2016
.... spricht über Menschenrechte.
Das geschieht nicht einfach so, vielmehr trifft Seine Heiligkeit der Dalai Lama am kommenden Freitag in Genf auf zivile Aktivisten zum Thema, welche mit Nobelpreisträgern zusammengearbeitet haben.
Seine Heiligkeit spricht dabei u.a. mit Tawakkol Abdel-Salam Karman, einer Journalistin aus dem Jemen, und mit Leila Alikarami, einer Iranischen Juristin, ...
Siehe: http://graduateinstitute.ch/events/_/events/corporate/2016/nobel-laureates-on-human-righ-2
Am 11.03.2016 wird die Veranstaltung in der Zeit von 12:00 bis 14:00 Uhr live übertragen und den Link dazu finden Sie auf der zuvor genannten Seite.

Ein Monat nach dem PHEIC "Zika"

07.03.2016
Wie zu erwarten rief die WHO Vorsitzende Dr. Chan am 1. Februar 2016 einen PHEIC (Public Health Emergency of International Concern [LINK-1] ) aus [LINK-2] im Zusammenhang mit einer postulierten Assoziation von Infektionen mit dem Zika Virus bei Schwangeren und Mikrocephalie bei deren Neugeborenen - wie vornehmlich aus Brasilien berichtet wurde. Dies geschah obgleich einer nach wie vor geringen Evidenzlage und ohne einen wissenschaftlich definitiv nachgewiesenen kausalen Zusammenhang von Mikrocephalie und dem Zika Virus.
Ebenso kam es in Folge dieses Beschlusses zu einer nochmals intensivierten Berichterstattung in den Massenmedien und auch medizinischen Fachpublikationen (oftmals ohne reale Betrachtung der Faktenlage), die auch in nicht-Endemiegebieten mitunter panische Ausmaße annahm.

Doch wie sieht die Situation in Brasilien gut einen Monat nach dem ausgerufenen PHEIC aus?

Haben sich die zuvor veröffentlichten Angaben und Annahmen bestätigt, welche die Begründung zum Ausrufen des PHEIC waren?
Am 1. März 2016 veröffentlichte das brasilianische Gesundheitsministerium aktuelle Zahlen [LINK-3], deren genauere Betrachtung sich im Hinblick auf die Panik der letzten Wochen sicher lohnt:

  • Im Zeitraum vom 22. Oktober 2015 – 27. Februar 2016 wurden in Brasilien landesweit insgesamt 5.909 Verdachtsfälle von vermuteter Mikrocephalie gemeldet.
  • In davon 641 Fällen wurden bisher tatsächlich Hinweise auf eine Mikrocephalie oder auf „andere neurologische Schäden in Folge einer möglichen kongenitalen Infektion“ (also eine Infektion des ungeborenen Lebens im Mutterleib) gefunden. Um was für Infektionen es sich dabei handelte, konnte in den meisten Fällen bisher nicht ermittelt oder nachgewiesen werden. Es kann sich hierbei also um „irgendeinen Erreger“ gehandelt haben, also nicht spezifisch oder einzig um das Zika Virus.
  • In 1.046 Verdachtsfällen wurden keine entsprechenden Hinweise gefunden, für 4.222 Fälle liegen bisher noch keine abschließenden Daten vor.
  • Bei den bestätigten Fällen von Mikrocephalie wurde in 82 Fällen das Zika Virus im Labor (durch Serologie oder PCR) nachgewiesen. Dies ist im Umkehrschluss jedoch kein sicherer Beweis für das Zika Virus als Ursache für die aufgetretene Mikrocephalie!
  • Insgesamt 139 assoziierte Todesfälle standen im Zusammenhang mit Mikrocephalie oder „Veränderungen des zentralen Nervensystems nach der Geburt oder Während der Schwangerschaft“. Davon wurde in bisher 31 Fällen eine Mikrocephalie bestätigt, 96 werden weiterhin untersucht und in 12 Fällen erfolgte keine Bestätigung.
  • Zu bedenken ist, das in Brasilien auch eine Definition von Mikrocephalie verwendet wurde (Kopfumfang <33cm), welche sich von der International üblichen Definition unterscheiden mag.

Was bleibt unter'm Strich nüchtern betrachtet übrig?

Von den 5.909 Verdachtsfällen verbleiben in bisher 641 Fällen Hinweise auf eine Mikrocephalie oder andere neurologische Schäden in Folge einer Infektion durch irgendeinen Erreger während der Schwangerschaft.
Lediglich in 82 Fällen von aufgetretener Mikrocephalie konnte eine zuvor von der Schwangeren durchgemachte Zika Virusinfektion nachwiesen werden - ohne dass dies einen kausalen Zusammenhang belegt. Es gibt schließlich wissenschaftlich nachgewiesen noch sehr viele andere potentielle Ursachen für das Auftreten einer Mikrocephalie.
Anders ausgedrückt bedeutet dies:
Nach den vorliegenden (unvollständigen) Daten gibt es in etwa 98.6% der Verdachtsfälle bisher keinen konkreten Hinweis einer tatsächlichen Mikrocephalie bei gleichzeitig bestätigter Infektion mit dem Zika Virus.
Bei den verbleibenden etwa 1,4% liegt kein definitiver Ausschluss anderer Ursachen vor (dies ist nachträglich auch nicht mit endgültiger Sicherheit möglich). Hierzu gehören sowohl Infektionen während der Schwangerschaft durch andere Erreger (z.B. Röteln oder Cytomegalie), sowie auch u.a. Alkoholkonsum, Strahlenbelastung, Giftkontakt, genetische Disposition, verschiedene „Syndromerkrankungen“ und diverse andere mögliche Auslöser.
Selbstverständlich ist kritisch zu berücksichtigen, dass die Daten bisher nicht vollständig vorliegen.
Ebenso ist zu bedenken, dass eine Neurotropie (auf das Nervensystem einwirkende Aktion) des Zika Virus - zumindest bei Mäusen - bereits seit dem Jahr 1952 bekannt ist [LINK-4].
Die Relevanz in der aktuellen Situation ist aufgrund der insgesamt unzureichenden Datenlage jedoch fraglich.
Wenn man betrachtet, wie solche Zahlen (inklusive obiger Prozentrechnung!) bei all den vorhandenen Einschränkungen einer möglichen Interpretation, dennoch ohne sie zu hinterfragen gebraucht - und auch missbraucht - werden [LINK-5], so lohnt es wohl, einmal die Definition von „Panik“ nachzuschlagen [LINK-6] .

Gefährliche "Modeviren"

30.01.2016
Zur Fußball WM in Brasilien 2014 wurde das Denguevirus in den Medien zur „neuen weltweiten Lebensgefahr“ erkoren, nachfolgend kam die Ebola-„Krise“ und jetzt soll angeblich das Zikavirus die Welt bedrohen…

Lesen Sie >>HIER<< den ganzen Artikel!

Nachlese...

26.01.2016
Am vergangenen Freitag fand die Fortbildungsveranstaltung "Migrationsmedizin" an der Medizinischen Hochschule Hannover statt.
Mal vom Grundthema abgesehen gab es dort zwei bemerkenswert sonderbare Momente, die unbedingt erwähnt werden müssen!

Lesen Sie >>HIER<< was da geschah.

Die Presse zum Thema:

15.01.2016
Fortbildungsangebot "Migrationsmedizin"

Am heutigen Freitag hat die Neue Osnabrücker Zeitung einen Artikel zur auch der Landesregierung Niedersachsen kostenfrei angebotenen Fortbildungsveranstaltung publiziert.
Die niedersächsische Gesundheitsministerin C. Rundt und die Migrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen, Frau D. Schröder-Köpf, hatten das Angebot als nicht erachtenswert eingestuft.
Daraufhin haben wir beschlossen, die Fortbildung als "unseren Beitrag zur Flüchtlingskrise" durch zu führen - siehe www.Migrationsmedizin.de
Auf Anfrage haben wir der NOZ Anfang der Woche einen groben Überblick über die Anmeldungen preisgegeben und da sich auch ärztliche Mitarbeiter von Gesundheitsämtern mehrerer Bundesländer zur Teilnahme angemeldet hatten, entstand nach einem kurzen Telefonat dieser Artikel =>>
Die Teilnahme an der 6-stündigen Fortbildungsveranstaltung am nächsten Freitag an der Medizinischen Hochschule Hannover ist inkl. umfangreicher Unterlagen kostenfrei.

Fortbildung "Migrationsmedizin"

25.09.2015
Freitag, 22.01.2016, 14:00 Uhr, Hannover


Arbeiten Sie im direkten Kontakt zu ankommenden Asylsuchenden? Dann laden wir Sie herzlich ein zur Fortbildungsveranstaltung "Migrationsmedizin".
Für Ärzte, Betreuungs- und Versorgungspersonal in Flüchtlingseinrichtungen bieten wir eine Fachfortbildung zum Thema "Globale Infektiologie" in einer halbtägigen Veranstaltung an.

Es gibt weit über 700 verschiedene Krankheitserreger und weit über 580 Infektionskrankheiten weltweit. Kann man da noch den Überblick wahren bezogen auf die individuellen klinischen Symptome, den jeweils effektiven Diagnoseverfahren, den Therapien und der Epidemiologie?
Es erwartet Sie ein spannender und hilfreich informativer Nachmittag, an dessen Ende Sie alle Fakten besitzen!
Die Veranstaltungsteilnahme ist kostenfrei und es gibt keine Werbeeinblendungen ;-)
Die Ärztekammer Niedersachsen belohnt die Teilnahme mit 8 Fortbildungspunkten.
Anmeldung über www.Migrationsmedizin.de ist jedoch erforderlich, da wir nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmerplätzen haben.

Wir freuen uns über jede interessierte Person!

Singapore Airlines Flug SQ7108

SIA Notlandung auf Bali
SIA Notlandung auf Bali

27.10.2015
2.186 australische Schafe zwingen eine Singapore Airlines Boeing 747 zur Landung auf Bali!
Geschehen gestern, am 26. Oktober 2015:
Die Boeing 747 mit der Kennung 9V-SFI ist auf dem Weg von Sydney/Australien nach Kuala Lumpur/Malaysia. Die Maschine fliegt in einer Höhe von knapp 9.760m und befindet sich etwa 740km südlich der beliebten Ferieninsel Bali/Indonesien, als plötzlich im Cockpit der Maschine ein Rauchalarm aus dem Laderaum angezeigt wird.
Die Piloten bringen die Maschine daraufhin in eine geringere Flughöhe und entschliessen sich für eine Landung in Denpasar/Bali, wo sie 45 Minuten später auch landen und der Laderaum von der Feuerwehr geöffnet wird. Die Feuerwehrleute konnten keinen Rauch und keinen Brandherd entdecken. Die balinesische Frischluft brachte den Rauchmelder auch sofort zur Ruhe und die Schafe konnten die Frischluft für 2 1/2 Stunden geniessen, ehe die Maschine wieder startete und die Tiere mit einer kurzen Verspätung ihrem Schicksal in Kuala Lumpur zugeführt wurden.
"Einmal Baliluft atmen und dann sterben..."

Was war der Auslöser dieses Rauchalarms?
Wenn 2.000 Schafe furzen, kann dies auch mal einen Rauchmelder auslösen. Ja, es waren die Darmgase der Schafe, die in der Frachtkabine während des Fluges eine entsprechend hohe Konzentration erreichten, so dass die Rauchmeldeanlage Alarm auslöste.
Der Transport von lebenden Tieren führt in der Luftfahrt immer wieder zu derartigen Situationen. Mal ist es "ein Furz zuviel", mal ist es die von den Körpern der Tiere abgegebene Hitze. Auch werden Tiere vor einem Flug mit Mitteln gegen Insekten oder Bakterien eingesprüht und wenn dies "zu spät" erfolgt, können diese Abdunstungen auch zu Alarmmeldungen führen.

Im Januar 2012 entschied sich das Pilotenteam einer Korean Air Boeing 747 mit Flugnr. KE9560 auf dem Weg von Chicago/USA nach Brüssel/Belgien, zur Zwischenlandung in London/England, da die Körperwärme der 390 Passagiere auf dem Hauptdeck (es handelte sich dabei um 390 Kühe) einen Feueralarm auslösten. Lesen Sie den Abschlußbericht dazu >>HIER<<

Migrationsmedizin

19.10.2015
Woher sollen sie denn alle Infektionskrankheiten kennen?
Die "Flüchtlingskrise" ist bereits auch in vielen hausärztlichen Praxen und Krankenhäusern in Deutschland angekommen. Viele Ärzte suchen nach Informationen zu "vergessenen oder exotischen Krankheiten", denn wie sollen sie etwas diagnostizieren oder behandeln, was sie selbst nicht kennen?
Eine erste Hilfestellung bietet das Team von medicalQM bereits auf der Webseite www.Migrationsmedizin.de
Im Januar 2016 wird ein Buch zum Thema veröffentlicht, welches kostenfrei an Mediziner im Umgang mit Asylsuchenden herausgegeben werden soll. Das interessante daran ist vor Allem, dass dieses Projekt u.a. durch Spenden aus dem aussereuröpäischen Ausland finanziert wird.
Bis das Buch verschickt wird, ist das Team von medicalQM bundesweit unterwegs und bildet interessierte Mediziner in der Erkennung, Diagnostik und Therapie der "in Vergessenheit geratenen Infektionskrankheiten" weiter.

Wiedervereinigung

03.10.2015
Deutschland feiert ein Vierteljahrhundert Einheit und an diesem Tag zeigt die Politik wieder einmal, wie wenig sensibel sie selbst mit dem "Flüchtlingsthema" umgeht.
Noch immer haben es die Politiker der Bundesrepublik nicht geschafft, sich mit der Bedeutung der jeweiligen Begriffe "Zuwanderung, Migration und Asyl" vertraut zu machen!
Sie reden von Integration, einem Zuwanderungsgesetz, Obergrenzen für Asylanten, ... und verrennen sich dabei im Thema!

Liebe Politiker,
Kriegsflüchtlinge müssen zwar gegenwärtig zu uns wandern, aber damit sind sie keine Zuwanderer, sondern Asylsuchende!
Zuwanderer brauchen wir, damit unsere Gesellschaft dem hiesigen demografischen Wandel entgegenwirken und die Wirtschaftskraft aufrecht erhalten werden kann, aber dazu zählen keine Asylsuchenden!
Migration ist die Basis für unsere evolutionäre Weiterentwicklung gewesen und wird es auch weiterhin sein. Was wäre Europa ohne Inder, Türken und Thai's? Was wäre Amerika ohne Europäer und Afrikaner?

Schafft bitte endlich eine legale Zuwanderungsmöglichkeit und werbt in der ganzen Welt um Zuwanderung.
Migration ist ein Teil der Evolution, daran gewöhnt euch einfach...

Aber Asyl muss ein Grundrecht für JEDEN Erdenbürger bleiben!

Ein Asylant braucht Verständnis, Hilfe und Unterstützung.
Ein Zuwanderer braucht Rahmenbedingungen und Perspektiven.
Ein Migrant gehört zur Evolution und ist damit vielleicht die komplizierteste und bedeutsamste Person ;-)

Wir wünschen Seiner Heiligkeit ruhige Tage

25.09.2015
Am 6. Juli wurde Seine Heiligkeit der Dalai Lama 80 Jahre alt.
Seit 56 Jahren ist er "auf der Flucht".
Im Jahre 1959 musste er aus Tibet fliehen und seither ist er in der ganzen Welt unterwegs, bekam 1989 den Friedensnobelpreis für seinen stetigen Einsatz für eine friedliche Welt.
Er ist sicher der wohl bekannteste und beliebteste Flüchtling und Dauerreisende auf der Welt.
Jetzt braucht er "eine Pause" und wir wünschen Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama eine ruhige und erholsame Zeit.
Bilder von seinem letzten Besuch bei uns in Hannover finden Sie >>HIER<<

Virales Marketing Oder: Melden macht Frei?!

20.03.2015
Menschen, Tiere, Sensationen – ein Motto, dass in der guten alten Zeit immerhin zur Familienzusammenführung vor dem Fernseher (noch mit Bildröhre) beitrug, ist in Zeiten der überbordenden Bombardierung mit oft fragwürdigen Meldungen auf mehr oder minder seriösen Webseiten längst zum nachrichtlichen Alltagshorror geworden.

Fast muss man fürchten, dass der vielkolportierende Familienvater, der jedes Häufchen des Nachwuchses twittert (oder was auch immer gerade die angesagte Plattform ist) Wahrheit wird. Ja, für Papa ist das aktuelle Häufchen des zukünftigen Rentenzahlers möglicherweise etwas ganz besonders – für den Rest der Welt aber eben nur ein banales Häufchen…. Faeces.

Leider ist der Bogen zur Infektiologie leichter zu spannen, als man befürchten möchte. So finden sich im aktuellen Frühjahrsloch auch wieder einige Meldungen zu tödlichen Infektionen in den Medien, die sich bei näherer Betrachtung mitunter ganz anders darstellen.

Daher wollen wir diese Meldungen einmal relativiert und wissenschaftlich evaluiert darstellen.
Es handelt sich dabei um:
- Bourbon Virus
- Borna Virus
- Rouxiella chamberiensis

Bourbon Virus

Im Frühjahr 2014 verstarb ein Mann aus Kansas im Rahmen einer fiebrigen Erkrankung an Multiorganversagen. In der Anamnese wurde ein möglicher Zeckenkontakt angegeben, ein empirisch durchaus sinnvoller Therapieversuch mit dem Antibiotikum Doxycyclin war jedoch erfolglos. Nach zunächst erfolglosen Versuchen ein mögliches Pathogen zu identifizieren, wurde nach aufwändiger Suche letztlich ein Thogotovirus nachgewiesen, welches in der Folge als Bourbon Virus klassifiziert wurde.

Zieht man in Betracht, dass bisher weltweit nur vereinzelte Fälle von Infektion mit Thogotoviren (davon nur der eine Indexfall mit dem Bourbonvirus!) beschrieben sind, so ist epidemiologisch unmöglich aus den (unspezifischen) Symptomen eine definierte Erkrankung abzuleiten. Dies liegt nicht nur darin begründet, dass es sich um räumlich und zeitlich unabhängige Einzelfallberichte handelt, sondern auch daran, dass bisher kein kausaler Zusammenhang des Virusnachweises und der Erkrankung bewiesen wurde.

Dennoch war der Fall nicht nur den Fachorganen, sondern auch diversen anderen Medien eine Meldung wert – Wer mag einem Redakteur es auch neiden, von einem tödlichen „neuen“ Virus zu berichten, gegen das es keine spezifische Therapie gibt?
Hintergrundinformationen:
http://www.cdc.gov/ncezid/dvbd/bourbon/
http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/21/5/15-0150_article

Borna Virus

Infektionen mit dem Bornavirus sind keineswegs eine neue oder unbekannte Erkenntnis. Die erste nachvollziehbare Beschreibung einer tödlichen Erkrankung mit Lähmungen und anderen neurologischen Symptomen stammt aus dem Jahr 1885 in Borna, Sachsen. Kleines Detail am Rande: Bei den "Betroffenen" handelte es sich um Kavallariepferde.

Später wurden Infektionen z.B. auch bei Vögeln („proventricular dilation disease“), Einhufern, Nagetieren, Rindern, Katzen und Hunden beschrieben. Hingegen gibt es bisher keinen eindeutigen Beweis für eine Erkrankung beim Menschen. Auch das RKI hat seine Bornavirus-Forschung eingestellt, da die entsprechende Arbeitsgruppe „trotz jahrelanger Bemühungen keinen schlüssigen Hinweis auf eine Gefährdung des Menschen durch das Virus der Borna'schen Krankheit (Bornavirus)“ liefern konnte und bezweifelt „ob die ursprünglich als Indizien gewerteten Befunde überhaupt ausreichen, einen solchen Verdacht zu begründen“.
Auch für eine mitunter postulierte Assoziation zu psychiatrischen Erkrankungen liegen keine schlüssigen Beweise vor.
Nichtsdestotrotz findet sich das Bornavirus derzeit in den Meldungen wieder. Im Zeitraum von 2011-2013 verstarben in Deutschland insgesamt 3 Züchter von Bunthörnchen an einer Encephalitis. Die Suche nach einem möglichen Pathogen war zunächst erfolglos, bis man im Hirngewebe eines Hörnchens einen bisher unbeschriebenen Bornavirus nachweisen konnte. In der Folge konnte der gleiche Virus auch im Hirngewebe der verstorbenen nachgewiesen werden.
Wie bereits beim Bourbon Virus, so ist die Problematik hieraus ätiologisch eine definierte Erkrankung abzuleiten dieselbe – und wohlmöglich auch die entsprechende Schlagzeile.
Hintergrundinformationen:
http://www.rki.de/DE/Content/Forsch/Forschungsschwerpunkte/NeueRisiken/NeuartigeErreger/Einstellung_Projekt_Bornavirus.html
http://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdf

Rouxiella chamberiensis

Im Jahr 2013 verstarben in Frankreich 3 von insgesamt 4 erkrankten Frühgeborenen, nachdem sie mit einer kontaminierten parenteralen Ernährungslösung behandelt worden. Bei der Suche nach einem möglichen Pathogen konnte ein bisher nicht beschriebenes Enterobakterium nachgewiesen werden, welches in der Folge als Rouxiellea chamberiensis (nach dem Mikrobiologen Émile Roux und dem Indexort) bezeichnet wurde. Zwar sprach der Erreger auf diverse Antibiotika an, jedoch handelte es sich bei der Erkrankung vermutlich nicht um eine Infektion i.e.S., sondern um eine Intoxikation mit von den Bakterien produzierten Endotoxinen.

Auch hier gilt bezüglich der Erkrankung und Epidemiologie selbiges, wie zuvor bereits bei den angesprochenen Viren.
Hintergrundinformationen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25747423
http://www.pasteur.fr/fr/institut-pasteur/presse/documents-presse/nourrissons-chambery-rouxiella-chamberiensis-nouvelle-bacterie-identifiee-par-l-institut-pasteur-officiellement-reconnue

Natürlich gibt es keine Begründung, diese tragischen Erkrankungen herunterzuspielen – aber bei der Betrachtung sollte man sich stets die vorliegenden Fakten betrachten und kritisch hinterfragen, ob die mitunter in den Meldungen implizierten Verallgemeinerungen wirklich zur Realität passen.

Herfür muss man sich nicht einmal selbst etwas einfallen lassen, denn bereits das RKI bringt es in seiner Bornavirus Stellungnahme auf den Punkt: „Die Ankündigung eines Risikos ohne entsprechende ernstzunehmende Anhaltspunkte, das in Wirklichkeit unter Umständen nicht besteht, kann selbst mit anderen Risiken behaftet sein (etwa Fehlsteuerung von Interventionsmaßnahmen und Ressourcen, zum Beispiel nicht begründete Therapie- oder andere Maßnahmen). Das ist ebenso wenig akzeptabel wie das verspätete Erkennen eines realen Risikos.“

Wer es lieber etwas aufregender hat, kann sich ja immer noch einmal den Film „Outbreak“ (1995) ansehen – damit ist man dann auch wieder viel näher an „Menschen, Tiere, Sensationen“ (1938).

Hinweis:

Die Inhalte dieses Portals sind urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form der gewerblichen Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte – auch in Teilen oder in überarbeiteter Form – ohne schriftliche Zustimmung von mediScon, ist untersagt.

Outbreak News

WHO:

Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV) ? Saudi Arabia and Qatar

Between 18 March and 20 April 2017 the national IHR Focal Point of Saudi Arabia reported 13 additional cases of Middle East Respiratory Syndrome (MERS) including two fatal cases. On 18 April 2017 the national IHR Focal Point of Qatar reported one additional case of MERS.

Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV) ? United Arab Emirates

Between 9 and 11 April 2017, the National IHR Focal Point of United Arab Emirates (UAE) reported two additional cases of Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV).

Human infection with avian influenza A(H7N9) virus ? China

On 14 April 2017, the National Health and Family Planning Commission of China (NHFPC) notified WHO of 15 additional laboratory-confirmed cases of human infection with avian influenza A(H7N9) virus in mainland China.

Human infection with avian influenza A(H7N9) virus ? China

On 7 April 2017, the National Health and Family Planning Commission of China (NHFPC) notified WHO of 14 additional laboratory-confirmed cases of human infection with avian influenza A(H7N9) virus in mainland China.

Human infection with avian influenza A(H7N9) virus ? China

On 31 March 2017, the National Health and Family Planning Commission of China (NHFPC) notified WHO of 17 additional laboratory-confirmed cases of human infection with avian influenza A(H7N9) virus in mainland China.

Yellow fever ? Brazil

This is an update to the WHO advice posted in the Disease Outbreak News of 27 January 2017, 6 March 2017, and 20 March 2017; and on the WHO International Travel and Health website on 31 January 2017, 14 February 2017, 6 March 2017, and 17 March 2017.









Kontakt Impressum Disclaimer

Schön, dass Sie hier sind und danke für Ihr Vertrauen.