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Indonesia's Most Famous Secret

Eine Reise zurück in die Vergangenheit...

Heute nehmen wir Sie mit auf eine Reise über den "schlafenden Drachen", die Insel Flores.

1. Teil: Ankunft und Weiterreise von Labuan Bajo bis nach Ruteng.
2. Teil: Von Ruteng über Bena bis in die Küstenstadt Ende.
3. Teil: Von Ende über den Vulkan Kelimutu bis nach Maumere.

1. Teil: Von Labuan Bajo nach Ruteng

Viele Orte gibt es auf unserer schönen Erde nicht mehr zu entdecken und nur ganz wenige gelten noch als „touristisch unberührt“. Ein solches, nahezu unberührtes Fleckchen Erde stellt die Insel Flores dar.

Indonesien ist vielen Reisenden wohlbekannt, aber fragt man selbst einen Indonesier, wo Flores liegt, bekommt man nur ein lächelndes Kopfschütteln als Antwort.

Bringt man jedoch das in der Region beheimatete Tier aus der Urzeit zur Sprache, kennen selbst die Dinosaurierfan‘s und Kids bei uns Zuhause den Namen „Komodo“, ohne jedoch zu wissen, wo sich die Insel Komodo wirklich befindet.
Die zu den kleinen Sundainseln gehörigen Inseln Flores und Komodo liegen im Osten Indonesiens. Den Komodowaran gab es bis Mitte des letzten Jahrhunderts auch noch auf der Insel Flores. Heute sind die letzten Exemplare dieser bis zu 3 Meter langen Echsen nur noch auf der Insel Komodo und der benachbarten Insel Rinca zu finden. Und diese beiden Inseln des Komodo Nationalparks grenzen direkt westlich an die Insel Flores.

Eine Anreise nach Flores erfolgt meist mit dem Flugzeug, welche von Bali aus starten. Der Flugweg führt dann über das Zuhause der letzten Dinosaurier hinaus, zu einem der Hauptflughäfen der Insel. Der Komodo Airport im Ort Labuan Bajo wird am häufigsten von Reisenden frequentiert. Dieser, an der Westküste von Flores gelegene Hafenort ist der Hauptausgangspunkt für Besuche der Komodowarane und für spektakuläre Tauchgänge im Komodo Nationalpark.

Die Mutigen unter den Floresbesuchern, die hier in Labuan Bajo ankommen, wagen eine Weiterreise gen Osten mit dem Auto oder dem Bus.
Innerhalb von nur 4 – 5 Stunden Fahrtzeit erleben sie dabei spektakuläre Landschaften und einen Temperatursturz von deutlich spürbaren 5°C – 10°C, begründet durch einen Anstieg von bis zu 1.400 Höhenmetern.
Die sehr kurvenreiche Strecke hält jeden Reisenden wach und durch diese Anstrengung ist man kaum im Stande, die vielen wundervollen, oft abenteuerlich schönen Ausblicke zu erfassen.
Man spürt aber immer wieder die Blicke der Kinder am Straßenrand, denen beim Anblick einer „Langnase“ kurz das Gesicht erstarrt, was sich Bruchteile einer Sekunde später in ein strahlendes Lachen wandelt, während sie zu winken beginnen, hüpfen und dann sogleich reflexartig „Hello Mister“ rufen, was für beide Geschlechter der Reisenden genutzt wird.

Spider-Ricefield bei Cancar

Kurz vor dem Etappenziel Ruteng, der Hauptstadt des Bezirkes Manggarai, gibt es einen oft genutzten Fotostop im Ort Cancar. Dort hat man einen tollen Blick auf die spinnennetzförmig angeordneten Reisfelder. Diese „Spiderricefields“ haben einen interessanten, logischen und sozialen Hintergrund.

Reisende, die hier Halt machen, besuchten zuvor die letzten noch lebenden Dinosaurier unseres Planeten, sie tauchten in spektakulären Gewässern vor der Küste der Insel und sie erlebten auf ihrer Fahrt bis hierher Menschen und Dörfer wie aus der Vergangenheit.

Spätestens hier, ohne andere Touristen, bemerkt man plötzlich auch, wie „klein“ die Bewohner dieser westlichen Region der Insel sind. Sie sind klein und kräftig, scheu und sehr freundlich.

Und dann „piekst es“!
Ein Mückenstich, hier in dieser Abgeschiedenheit. Wie war das noch mal mit dem Thema Malaria?

Überall Reisfelder, also Wasser. Hier oben in den Bergen regnet es fast jeden Tag einmal. Ein optimales Klima also für Mücken, von denen es besonders in der Regenzeit mehr als genug gibt (dann haben selbst die Gekkos keinen Appetit mehr auf ihr Grundnahrungsmittel).

Aber was stand da nochmal im Reiseführer? Die Malariamücke sticht nur von vom Abend bis zum Morgen. Und jetzt ist ja Mittagszeit! Also dieser Mückenstich kann keine Malaria werden…. oder doch?

Ach ja, die Mücken die tagsüber stechen, übertragen ja das Denguefieber,…. Nein, Dengue kann durch diesen Pieks auch nicht übertragen worden sein, denn ich habe den Stich der Mücke ja gespürt und im Reiseführer stand, dass man den Stich der Denguemücke nicht spürt...

Wie auch immer, nun steht man hier mit Blick auf dieses wunderschöne Tal mit den Spiderricefields auf der einen und mit einer atemberaubend schönen Vulkankette auf der anderen Seite. Man spürt die kurvenreiche Fahrt auf der schmalen Straße noch immer in den Knochen und erinnert sich plötzlich an mindestens eine „brenzliche Situation“ während der Fahrt.

Was ist eigentlich, wenn…?
Malaria, Dengue, Durchfall, oder sogar ein Unfall… - hier in dieser Abgeschiedenheit?
Da beruhigt auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke im Koffer nicht mehr wirklich.

Beruhigend kann aber das Wissen sein, dass sich nur wenige Meter entfernt von diesem schönen, aber abgelegenen Ort ein Krankenhaus befindet. Das Krankenhaus St. Rafael in Cancar ist zudem eines der besten Kliniken auf der ganzen Insel. Warum also dort nicht auch mal kurz vorbeischauen, ehe die Fahrt nach Ruteng weitergeht?

2. Teil: Von Ruteng bis nach Ende

Irgendwie ist das Aufwachen in Ruteng nicht so, wie man es auf einer tropischen Insel erwarten würde.
Es ist kalt. Die Berggipfel lassen sich hier von dichten Wolken umhüllen. Warmes Wasser zum Duschen ist jetzt ein echter Luxus.
Unsere Reise geht heute von Ruteng bis in die Stadt Ende, ein Trip von knapp 250 km. Ende ist eine Stadt, in der man morgens zum Duschen kein warmes Wasser benötigt.
Jetzt aber genießen wir erste einmal das warme Duschwasser hier im Hause der Ordensschwestern. Während wir bei uns in Europa nahezu utopische Preise für eine Übernachtung in einem Kloster zahlen müssen, ist die Unterbringung hier bei den Nonnen in Ruteng deutlich günstiger als in jedem B&B hier im Ort. Dafür sogar noch luxuriöser, sauberer und alles auch noch sehr freundlich.

Nach einem Frühstück sollte man sich auch auf den Weg zum „Pasar“, dem Markt machen. In den frühen Morgenstunden herrscht hier bereits sehr reges Treiben. Unterschiedliche Bananensorten und deren Nutzung erklärt man Reisenden immer wieder gerne. Es wird vom Gewürz, über frisches Obst und Gemüse, bis hin zu Fleisch und Fisch, alles mögliche angeboten. Hier sieht man dann auch mal, wie umfangreich und vielseitig das traditionelle Kleidungsstück, der „Sarong“, eingesetzt wird. Was man bislang als „Rock“ genutzt gesehen hat, entpuppt sich bei den kühlen Temperaturen hier plötzlich als Umhüllung von Kopf bis Fuß. Überall sieht man Personen am Boden hockend, ihren Körper vollständig vom Sarong verhüllt.

Pasar Ruteng

Startend in Ruteng, geht die Fahrt durch die Bergwelt in tiefergelegene Regionen. Vorbei an fruchtbaren Reis- und Gemüsefeldern wird es auch schnell wärmer. Immer wieder grüne Schluchten und Blicke auf Vulkangipfel oder Küstenstreifen. Nahe der Stadt Bajawa, umgeben von atemberaubend schönen vulkanischen Gipfeln, liegt ein kleiner, zeitloser Ort.

Das Dorf Bena

„Bena“, ein traditionelles Dorf mit traditionellem Leben. Hier lebt man noch direkt zusammen mit den Toten. Und hier wird das traditionelle Kleidungsstück Sarong noch von Hand gewebt und mit Naturfarben eingefärbt. Ein Wissen, das anderswo auf der Insel Flores immer mehr verloren geht.

Hier gibt es für Besucher auch noch keine „Gebührenregelung für die Besichtigung“. Jedermann ist willkommen, muss sich in ein Gästebuch eintragen und darf dann eine Spende in eine Holzbox stecken.
Und dann ist man mittendrin, kann traditionelle Häuser hautnah erleben, indem man respektvoll durch die Anlage schreitet. Leider sind es die "modernen" Touristen, die diese Kultur aktuell oft mit Füßen treten, indem sie z.B. ungefragt in die noch bewohnten Häuser eintreten - und das dann plump auch noch mit den Wanderschuhen an den Füßen…

Am Boden vor den Häusern sieht man sehr oft rot-braune Flecken, ähnlich der Farbe, die sich an den Mündern vieler Bewohner zeigt. Hier kaut man noch traditionell die Bethelnuss, was zu einer rot-braunen Verfärbung des Speichels und der Zähne führt. Diesen roten Speichel spucken die Menschen aus und "sie geben damit symbolisch der Erde ihr Blut zurück".
Im Zentrum des Dorfes befinden sich noch rituelle alte Steinformationen und uralte Megalithe. Man bekommt beim Besuch des Dorfes daher sehr schnell das Gefühl, hier sei die Zeit seit mindestens 500 Jahren stehengeblieben.

Von Bena aus geht unsere Fahrt weiter. Durch wunderschöne Landschaften. Immer wieder Natur pur und Natur extrem. Mal sind es fruchtbare Felder an denen man vorbeifährt, mal ist es tropischer Regenwald den man durchfährt. Mal geht es vorbei an Buchten mit türkisfarbigem Meer, weissen Stränden und Kokospalmen, dann wieder sind es es rauchende Vulkankegel an denen der Blick hängen bleibt.
Bei der Fahrt durch das fruchtbare Tal in Boawae bietet sich einen Stop im Dorf Nagekeo an. Diese interessante Kultur lebt direkt am Fuße des stets rumorenden und rauchenden Vulkan Ebulobo. Ein wahrlich spektakulärer Anblick. Bei Windstille kann man von hier aus das Grummeln des Vulkans hören…

Der Vulkan Ebulobo

Dann geht es weiter entlang einer Bergkette und nach einigen Kurven erblickt man plötzlich einen „grünen Strand“.
Das Türkis-Grün ist eine bekannte Farbe für Flores, die man leider bei der Gestaltung des neuen touristischen Werbelogos der Insel Flores nicht mitberücksichtigt hat. Die Türkisfärbung findet man zum Einen beim Blick auf das Meer, zum Anderen ist es die prägnante Farbe des Kratersees am Vulkans Kelimutu (den wir später noch besuchen werden). Man findet die Farbe aber auch in den Steinen am Strand von Penggajawa. Bis vor einigen Jahren lagen hier noch nahezu unerschöpfliche Mengen an türkisfarbenen Steinen. Touristen und Besucher, welche zuvor den Vulkan Kelimutu besucht hatten, stoppten hier um sich mindestens einen der wunderschönen, farbigen Steine vom Strand als Erinnerung an den Vulkanbesuch mitzunehmen.

Diese Steine, von der Brandung hier an der Südküste freigespült, haben eine geologisch betrachtet, sehr interessante Entstehungsgeschichte. Sie entstanden durch Sedimentation pflanzlicher und tierischer Stoffe in einem kleinen und flachen Süßwassersee. Das sie jetzt hier von der Brandung des salzigen Meerwassers freigespült werden, ist ein Zeichen für den Anstieg des Meeresspiegels.

Hier am Strand werden die Steine in Handarbeit kommerziell abgebaut, jedoch nicht mehr sehr lange, da es nur noch wenige gibt. Leider stoppt niemand diesen geologischen Raubbau. Und es ist auch nicht zu erwarten, dass jemals Jemand diese Steine bis dahin wissenschaftlich analysieren lässt...
Für die Nachwelt hat Prof. Dr. F. Holtz an der Leibniz Universität Hannover dies im Jahr 2011 in Kooperation mit TravelMedicus glücklicherweise schon mal erledigt, aber noch nichts dazu veröffentlicht.

Green-Stone-Beach

Hier, so kurz vor der Stadt „Ende“, spürt man plötzlich auch den Klimawechsel.
Ende, an der Südküste von Flores gelegen, ist das tropische Herz der Insel. Hier ist stets der wärmste Platz auf Flores. Für Indonesien ist der Ort Ende zudem auch von besonderer geschichtlicher Bedeutung. Hierhin verbannten die Holländer im Jahre 1933 den Nationalisten Soekarno (Sukarno), der später der erste Präsident Indonesiens wurde. Sein Haus kann man noch heute hier besichtigen.

Heute morgen noch sehnten wir uns nach einer warmen Dusche und jetzt befinden wir uns an einem Ort, der uns mit tropischen 38°C und Sonnenschein willkommen heißt. Das geht auf den Kreislauf und bei schwangeren Personen kommt schnell mal eine „Niederkunftsangst“ auf.
Ein klassiches Gesundheitsproblem macht sich oft auch an genau diesem Ort bemerkbar. Es wird dann meist auf das lange Sitzen im Auto geschoben, dabei hat es in Wahrheit einen ganz anderen Hintergrund. Eine Pilzinfektion im Genitalbereich. Das betrifft nicht nur das weibliche Geschlecht, sondern gleichsam auch die Männerwelt, besonders bei unbeschnittenen Männern.
Während die Symptome und die Behandlung sich beim männlichen Geschlecht als recht simpel darstellt, ist eine Pilzinfektion beim weiblichen Geschlecht deutlich unangenehmer, schmerzhafter und schwieriger zu behandeln.

Also wieder das altbekannte Problem.
Man ist in der tropischen Abgeschiedenheit. Überall ist es warm und feucht. Das Wasser für’s Duschbad hat weder mit Chlor Kontakt gehabt, noch eine UV-Behandlung erfahren. Pilzerkrankungen sind somit nichts ungewöhnliches. Wo sollte man hier nun adäquate medizinische Hilfe finden können?
Dieser kleine Ort Ende hat jedoch eine sehr kompetente Frauen- und Geburtshilfeklinik, betrieben von Steyler Ordensschwestern. Steyl ist ein kleines Fleckchen Erde direkt neben dem Ort Tegelen (nahe Venlo) in den Niederlanden, ein Steinwurf entfernt von der Niederländisch-Deutschen Grenze.

3. Teil: Von Ende bis nach Maumere

Wir verlassen das gemütliche Städtchen Ende Richtung Norden. Nur wenige Minuten später fahren wir über eine Brücke und sind sofort „zwischen den Bergen“ auf einer serpentinenartigen, schmalen Straße. Mal liegt plötzlich ein haushoher Fels auf der Fahrbahn, mal verengt sich die Straße durch einen gewaltigen Erdrutsch.
Stets aber geht es irgendwie links oder rechts der Fahrbahn in die Tiefe. Nur wenige Zentimeter neben der Straße geht es oft viele hundert Meter bergab.
Das bietet spektakuläre Ausblicke in die wunderschöne Landschaft. Man möchte nahezu alle 100 m einmal anhalten, den Blick schweifen lassen und ein paar Fotos schießen, aber das lässt der „Trans-Flores-Highway“ auf diesem Streckenabschnitt nur selten zu. Fast rund um die Uhr herrscht hier Verkehr. Wer einen eigenen Wagen mit Fahrer hat, kann mit dem Wort „kiri“ den Wagen zum stoppen bringen. „Kiri“ heißt nichts anderes als „Links“, wird in Autos oder in Bussen während der Fahrt als „ich möchte anhalten/aussteigen“ gedeutet.

Auf dem Weg Richtung Moni, unserem nächsten Etappenziel, gibt es sehr schöne Ausblicke auf grandiose Wasserfälle, die besonders in der Regenzeit sehr viel Wasser führen. Aber auch ein paar interessante Hängebrücken für Fußgänger gibt es. Eine davon befindet sich nur wenige Km nach Verlassen der Stadt Ende. Hier sollte man unbedingt anhalten und mal über diese Hängebrücke laufen - ein tolles Gefühl.

Nach ein paar Stunden Fahrt erreicht man das kleine Örtchen Moni am Fuße des Vulkans Kelimutu. Moni liegt auf einer Höhe von etwas weniger als 700 m über dem Meeresspiegel. Diese immer wieder sehr schnellen Wechsel in den Höhenmetern sind besonders für Taucher nicht unerheblich und sollten besonders berücksichtigt werden bei einer Reiseplanung.
Moni bietet neben wenigen Restaurants vor Allem Unterkünfte für Besucher des Vulkans Kelimutu. Da die meisten Besucher mittlerweile nur noch eine Besteigung des Kelimutu einplanen und man am besten schon um 2 Uhr nachts zum Vulkangipfel aufbricht, finden sich hier im Ort nur noch wenige Menschen in den Restaurants.
Hier geht man heute um 20:30 Uhr ins Bett. Noch vor 10 Jahren war das anders. Backpacker die hier ankamen, planten mehrere Tage Aufenthalt ein und genossen gerne auch mal die schöne Umgebung, sowohl vor, als auch nach einer Besteigung des Vulkans.

Ein Besuch des Vulkans Kelimutu ist ein unvergessliches Erlebnis.
Bekannt ist der 1.670 m hohe Vulkan durch seine drei Kraterseen. Bis vor ein paar Jahren hatten alle 3 Kraterseen eine jeweils andere Wasserfärbung. Die direkt nebeneinander liegenden Kraterseen zeigten sich in türkisgrün und rot, während der einzeln gelegene dritte Kratersee sich schwarz präsentierte. Scherzhaft wurden die sehr farbintensiven Kraterseen daher oft auch als „BASF Werbeteiche“ bezeichnet. Besonders der türkisgrüne Kratersee wirkte durch die intensive Farbe stets ein wenig künstlich.

Kelimutu 2004

Auch wenn Reiseführer gerne von einem erloschenen Vulkan schreiben, so ist der Kelimutu auch heute noch aktiv. Erst vor wenigen Jahren führte die vulkanische Aktivität zu einem Riss in der Gesteinsstruktur zwischen den beiden Hauptkraterseen und die Mischung der Mineralien beider Seen führte dazu, dass diese beiden Kraterseen nun die gleiche Farbe aufweisen. Übrigens das gleiche Türkisgrün, wie das der Steine am Strand von Penggajawa.
Aktuell haben die vulkanischen Aktivitäten wieder zu 3 verschiedenartigen Farben der Kraterseen geführt.

Sunset am Kelimutu

Warum eigentlich planen Besucher gegenwärtig immer nur noch einen Aufstiegstag zum Vulkangipfel? Man ist doch im Urlaub und sollte meinen, da will man keinen zeitlichen Stress haben.

In der Regenzeit ist die Region oft auch in den Nächten wolkenverhangen, die dann auch in den Morgenstunden den Gipfel stets weiter verhüllen. Ansonsten ist es nicht unüblich, dass nach dem Aufgehen der Sonne Wolken aufkommen und die Kraterseen mit einem ungemütlichen, kalten und feuchten Klima umgeben. Aber oft sind auch diese Störenfriede am Vormittag gegen 10 Uhr wieder verzogen.
Auch in der Trockenzeit wird der Gipfel öfter mal in den frühen Morgenstunden von Wolken überrannt, aber selbst an wolkenfreien Tagen ist der Gipfel des Kelimutu spätestens um 09:00 Uhr morgens praktisch menschenleer. Und genau dann zeigt sich die Schönheit der Kraterseen in ihrer vollen Pracht. Die Landschaft hier oben verändert sich extrem mit zunehmender Sonneneinstrahlung, was sich nahezu 98% aller Besucher des Kelimutu entgehen lassen.

Kelimutu 2011

Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle das Thema „Sicherheit“. Die Vulkane Indonesiens werden „überwacht“ und sollte sich wirklich eine Eruption ankündigen, wird dies wahrgenommen und es werden vor Ort entsprechende Maßnahmen eingeleitet.
Die stetige Grundaktivität am Kelimutu kann aber auch der einzelne Besucher selbst wahrnehmen.
Wer es sehr früh auf den Gipfelpunkt geschafft hat, wird ohne Vogelgezwitscher und ohne das Gelächter und Erzählen anderer Menschen, ohne Radiogeräusche und ohne Zigarettenqualm, die „Ruhe“ hier oben vernehmen können. Diese Ruhe ist keine absolute Stille. Man hört, wie aktiv die Erde hier oben am Gipfel des Vulkans ist.
Mal sind es nur kleine Abbrüche vom Kraterrand, die in die Kraterseen purzeln, mal sind es hörbar größere Gesteinsteile, die man purzeln hört.
Mit dem Eintreffen der ersten Sonnenstrahlen kann man oft auch ein "Blubbern" in einem der beiden großen Kraterseen erblicken.

Kelimutu 2012

Die Behörden haben mittlerweile Geländer angebracht und Absperrungen eingerichtet, sowie gewisse Teile zum Sperrgebiet erklärt. Dennoch lockt es Besucher immer wieder, einmal ganz nah am Kraterrand entlang zu spazieren. Dabei kann man die zukünftigen Bruchkanten schon jetzt deutlich sehen erkennen. Und so spielen die Menschen noch immer mit dieser unkalkulierbaren und gewaltigen Kraft der Natur, wenn sie diese Grenze überschreiten. Erst vor ein paar Jahren haben Touristen aus Europa dies mit Ihrem Leben bezahlt. Sie stürzten in einen der großen Kraterseen und konnten weder gerettet, noch konnten ihre Körper bis heute geborgen werden. Wer hier vom Kraterrand in die Tiefe stürzt, kann nicht auf Hilfe hoffen.

Wer den Vulkan Kelimutu besucht, sollte sich ein wenig mehr Zeit nehmen, so wie es die Backpacker noch vor Jahren stets gemacht haben. Und auch wenn die etwa 220 Stufen hinauf bis zum Aussichtsgipfel zwischen den 3 Kraterseen besonders durch ihre abwechslungsreiche Höhe und Größe nicht gerade einfach zu meistern sind, ist eine Wanderung zurück ins Tal, nach Moni, unbedingt zu empfehlen.

Von Moni aus geht es nun weiter durch tolle Landschaften. Etwa eine Stunde bevor man Maumere erreicht, führt die Straße km-weit an einem endlosen, weißen Strand mit Kokospalmen vorbei. Rechts der Strand mit Kokospalmen, links der Straße sieht man Bananenstauden. Es ist einfach nur schön und nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, auch wieder tropisch warm.

Dann plötzlich bietet die Straße eine Weiterfahrt nur nach links oder rechts. Links geht es nach Maumere an der Nordküste, was man in knappen 15 Minuten erreicht von hier aus. Nach rechts geht es zurück an die Südküste, nach Lela, was man von hier aus in knapp 10 Minuten erreicht. Der Unterschied zwischen der Nordküste und der Südküste von Flores zeichnet sich besonders durch die Höhe der Wellen aus. Die Nordküste hat Wellen wie man sie von der deutschen Ostsee her kennt, wohingegen die Wellen an der Südküste eher mit der an der europäischen Nordseeküste vergleichbar sind.

Ups, habe ich eine Malaria?

Warum biegen wir hier ab nach Lela?
Ganz einfach. Wer die Reise von West nach Ost, also so wie hier beschrieben, macht, ist nun schon seit einigen Tagen in einem Malariagebiet unterwegs. Eine Infektion mit Malaria zeigt sich von den Symptomen her anfänglich oft mit unterschwelligen Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Abgeschlagenheit. All dies passt natürlich auch bezogen auf die vielen Stunden während der Autofahrt durch die vielen tausend Kurven der Insel. Warum also nicht mal präventiv hier vor Ort eine Untersuchung auf Malaria machen lassen?

Wenige km nach dem Abbiegen ist man schon in Lela, einem kleinen Dorf direkt am endlosen Strand der Südküste. Die laut brechenden Wellen sind übrigens auch im Krankenhaus St. Elisabeth zu vernehmen. Hier „versteckt“ sich Wissen, Einsatzbereitschaft und Motivation. „Verstecken“ ist eigentlich ein unglücklich gewähltes Wort, denn in Wirklichkeit wird hier Wissen vermittelt. Das Krankenhaus hat eine eigene Krankenpflegeschule, die einen sehr guten Ruf hat. Die Ausbildung hier ist wirklich gut, ebenso wie auch die Behandlungsqualität hier im Krankenhaus.

Um diesen Standard halten zu können, bedarf es jedoch ein wenig Hilfe von auswärts.

Die Menschen in der Umgebung sind Fischer oder Landbauern, also Menschen unteren Einkommensniveaus. Um hier bestmögliche Behandlungen und Ausbildung bieten zu können, hat man hier verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten miteinander kombiniert. Zum Einen hat sich ein hochangesehener Arzt aus Jakarta hier seinen Altersruhesitz eingerichtet und er praktiziert hier und bildet aus, zum Anderen bemüht sich eine Stiftung aus den Niederlanden seit Jahren, die Gebäudestruktur und die Einrichtung stets intakt zu halten und zu verbessern. Daneben kommen bereits seit einigen Jahren immer wieder Ärzteteams der Organisation OSSAA aus Australien hierher, um unmögliches möglich zu machen. Dieses Ärzteteam kommt übrigens auch regelmäßig nach Cancar ins Krankenhaus St. Rafael

Eine Untersuchung auf Malaria dauert hier nur ein paar Minuten und sie beruhigt und klärt auf.
Mit diesem Wissen reisen wir also weiter Richtung Maumere, der größten Stadt auf Flores, gleichzeitig auch die wirtschaftliche Metropole der Insel.

Am 12. Dezember 1992 gab es vor der Küste von Maumere ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,8, bei dem etwa 2.500 Menschen ihr Leben verloren. Die Stadt Maumere wurde nahezu vollständig zerstört. Heute ist von der Zerstörung nicht mehr viel zu sehen. Auch bezogen auf die Natur, sind die Tauchreviere vor der Küste heute wieder fast so schön, wie vor dem großen Erdbeben.

Der Airport Maumere bietet täglich mehrere Flüge zurück nach Bali. Man hat von hier aus aber auch die Möglichkeit weiter Richtung Osten zu reisen und den „Rest“ der Insel Flores zu erkunden. Vielleicht reisen Sie aber auch noch weiter nach Osten, z.B. zur Walfängerinsel Lembata oder weiter bis auf die Insel Alor…



(25.04.2013 - tho)

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