Rezension, die 2.te

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Sie erinnern sich gewiß noch an unsere Kritik zum CRM in Bezug auf deren Fortbildungen und insbesondere am fachlichen Inhalt des CRM Handbuch Reisemedizin 2016.

Dem wissenschaftlichen Leiter des CRM, Herrn Prof. Dr. med. T. Jelinek, hatten wir neben der Kritik auch Fachinformationen zu den einzelnen Krankheitsbildern inkl. wissenschaftlicher Literaturverweise kollegial zukommen lassen.

Was ist aus dieser Kritik geworden und wie wurde mit den medizinisch-wissenschaftlich belegten Fehlern umgegangen?

Hier auf unserer Webseite hatten wir eine Auswahl der auf nur 4 aufeinanderfolgenden Seiten gefundenen über 70 Fehlern abgelegt. Es handelte sich dabei um die ersten 4 Seiten der Basisdaten zu Krankheitsbildern, welche in der Ausgabe 2016 auf den Seiten 438 – 441 abgelegt waren.

Das CRM Handbuch Reisemedizin 2017 war bei Verlagen wie Lehmanns für Dezember 2016 angekündigt. Nach unserer Kritik änderte sich dies jedoch und u.a. bei Lehmanns wurde eine Verzögerung angekündigt und das Erscheinungsdatum auf Januar 2017 verschoben.

In der neuen Ausgabe 2017 befinden sich die zuvor genannten Seiten 438 bis 441 auf den Seiten 450 bis 453.
Hier nun die Fakten:

Was hat sich geändert?

"Krankheitsbild bzw.
Krankheitsbezeichnung"

lt. Handbuch 2016:
"Fehlerhafte bzw. unvollständige Angaben" in der Ausgabe 2016: Unsere dem CRM zugetragene Kritik 2016 inkl. entsprechender wissenschaftlicher Nachweise: Was hat sich geändert im CRM Handbuch 2017:
"AIDS" u.a. werden 2 verschiedene Inkubationszeiten und es wird eine "Labormeldepflicht" angeführt. Es gibt nur eine Inkubationszeit (die zeitlich variabel sein kann) und es gibt eine "Meldepflicht für Labore". Das hat das CRM berichtigt.
Aber das es sich bei "AIDS" weder um wie angeführt "diverse Typen" (sondern nur um Typ HIV-1 und HIV-2) und daneben nicht um ein "Retrovirus", sondern um ein Lentivirus handelt, hat man immer noch nicht auf dem Schirm.
"Algenblüte/Algenpest" es handelt sich um Algen (u.a. Blaualgen), von denen einige Toxine bilden können. Blaualgen sind Bakterien (und keine Algen), welche Toxine bilden können. Das "Blaualgen" Bakterien sind, hat das CRM immer noch nicht verstanden.
"Amöben, freilebende" Erreger: Naegleria und Acanthamoeba
Therapie: Chemotherapie
Mal von der unwissenschaftlichen Schreibweise abgesehen, fehlen Balamuthia spp. und Sappinia spp. und die Angabe "Chemotherapie" ist wenig fachlich. Die "Granulomatöse Amöben Encephalitis" (GAE) und den Erreger "Balamuthia spp." kennt das CRM immer noch nicht, obgleich die GAE bereits im Jahr 1986 erstmals mit dem Erreger Balamuthia mandrillaris beschrieben wurde.
Bei der Therapie führt das CRM nun wahllos einige (von vielen) Wirkstoffen an und die wichtigste Angabe fehlt immer noch.
"Amöbiasis" Erreger: Entamoeba histolytica mit Verbreitung in den Tropen und Subtropen. Neben dem Genus Entamoeba fehlt der Genus Endolimax und die Erreger sind potentiell weltweit anzutreffen. Hier haben sie nun zwar Therapien angeführt, aber leider nicht richtig. Ebenso bleibt es für das CRM so, dass es weiterhin für sie nur den einen Erreger gibt.
"Angiostrongyoliasis"
(eosinophile Meningoencephalitis)
Erreger: Parastrongylus cantonensis und P. costaricensis Richtig heißt es "Angiostrongyliasis" und die Erreger heißen: Angiostrongylus cantonensis, A. malaysiensis, A. costaricensis, A. vasorum und auch Parastongylus cantonensis
Der im Buch genannte Erreger P. costaricensis ist zudem NICHT Auslöser einer Eosinophilen Meningoencephalitis.
Die Bezeichnung hat das CRM berichtigt, aber leider nicht angemessen in Bezug auf die angeführten Erreger. Der im Buch genannte Erreger P. costaricensis ist zudem weiterhin NICHT Auslöser einer Eosinophilen Meningoencephalitis.
Dazu ist die im gegenwärtigen Buch vorgetragene Behandlungsempfehlung in der Form "gefährlich".
"Argentinisches hämorrhagisches Fieber" Das Junin Virus mit Verbreitungsgebiet in Argentinien. Abgesehen davon, dass Viren vor Ländergrenzen keinen Respekt zeigen, gehört das Junin Virus zum nicht-taxonomischen Tacaribe-Komplex, welche die Südamerikanischen haemorrhagischen Fieber umfassen. Diese Arenaviren umfassen das Machupo (Bolivien), Guanarito (Venezuela), Sabiá (Brasilien) und weitere. Hier gab es keine Änderungen.
"Badedermatitis" Erreger sind "nicht-humanpathogene Larven von Bilharzia-Arten mit Verbreitung in Nordamerika und Mitteleuropa. Mal abgesehen vom angeblichen "nicht-Humanpathogen", ist die Erregerklassifikation falsch. Es handelt sich dabei um Trematoden der Familie Schistosomatidae, welche eine Cercarien-Dermatitis, bis hin zu einer Schistosomiasis auslösen können. Bei den Verbreitungsgebieten fehlen weite Teile der Welt (u.a. Afrika, Arabien, Südamerika, und Süd-Ost Asien). Hier gab es keine Änderungen.
"Bartonellose"
Carriónsche Krankheit, Peruwarze
Erreger: Bartonella bacilliformis Mal abgesehen davon, dass der Eintragsname nicht-zutreffend ist, heisst der Erreger der Bartonellosis Bartonella henselae und die aktut verlaufende Carriónsche Krankheit, sowie die chronische Verlaufsform einer Peru-Warze sind eigenständige Krankheitsbilder. Die Erkrankung durch Bartonella quintana wird hier völlig verschwiegen. Hier hat das CRM lediglich noch ein Synonym (Oroya-Fieber) für die Carriónsche Krankheit hinzugefügt.
"Bilharziose"   Der Erkrankungsname ist "veraltet" und die durch Trematoden der Familie Schistosomatidae hervorgerufenen Erkrankungen werden als Schistosomiasis bezeichnet. Hier hat das CRM die Bezeichnung "Schistosomiasis" zusätzlich mit angeführt.
"Blastomykose" Verbreitung in Nord- und Mittelamerika, Einzelfälle in Afrika, Asien. Beim Verbreitungsgebiet wurde Zentraleuropa, Arabien und Indien vergessen. Hier gab es keine Änderungen.
"Borreliose" Erreger: Borrelia burgdorferi spp Mal abgesehen davon, dass die Infektion in der Humanmedizin "Lyme Borreliose" genannt wird, ist die Taxonomie inkorrekt und unvollständig. Es handelt sich um einen Borrelia burgdorferi Komplex mit mindestens 13 beschriebenen Spezies, zu denen u.a. Borrelia burgdorferi, B. afzelii, B. garinii, B. spielmanii und B. bavariensis gehören. Hier gab es keine Änderungen.
"Cholera" Erreger: Vibrio cholerae, verschiedene Serotypen
Inkubationszeit 3 - 6 Tage
Hier fehlt die Abgrenzung zur Vibriosis, welche durch diverse Vibrio spp. ausgelöst wird. Die Inkubationszeit beträgt zudem Stunden bis 3 Tage. Hier gab es keine Änderungen.
"Malaria" Übertragung: nachtaktive Stechmücken
Leitsymptom: Fieber
Meldepflicht: Arztmeldepflicht
Die "nachtaktiven Mücken" sind auch in der Dämmerung und bei Bewölkung auch am Tage aktiv. Das Leitsymptom ist falsch und bei einer Malaria tropica gibt es gar keinen Fieberrhythmus. Der Begriff "Arztmeldepflicht" ist dumm gewählt. Hier gab es keine Änderungen.

Bitte bedenken Sie dabei, dass dieses nur ein kleiner Vergleichsauszug ist zu den lediglich auf diesen 4 aufeinander folgenden Seiten in 2016 gefundenen über 70 Fehlern.
Auf die vielen anderen wissenschaftlich-fachlichen Fehler im Buch werden wir hier nicht weiter eingehen, da dieser Artikel dann extrem lang werden würde.

So sah es aus in der Ausgabe CRM Handbuch Reisemedizin 2016

Warum das CRM, was im Vorwort schreibt: [Zitat] „Die Inhalte in diesem Buch sind nach bestem Wissen zusammengestellt und entsprechen dem aktuellen Stand“ (damit ist November 2016 gemeint), die ihnen nachweislich seit Oktober 2015 (ja, 2015 und nicht 2016) zugetragenen und wissenschaftlich belegten Daten nicht berücksichtigt hat, bleibt vorerst ein Rätsel.

Wie „mittelalterlich“ die auch im CRM Handbuch Reisemedizin 2017 abgelegten Inhalte sind, zeigt sich auch an anderen Stellen sehr deutlich.

Beispielsweise auf Seite 454 wird die Virusinfektion „Dengue-Fieber“ angeführt. In der „Äthilogie“ wird das Virus als [Zitat] „DEN-Virus, 4 Serotypen“ angeführt. Mal abgesehen von der unfachlichen Virusbezeichnung, fällt hier sehr deutlich auf, wie veraltet das vorgebrachte „Fachwissen“ ist, denn mittlerweile sind 5 Serotypen des Dengue-Virus beschrieben.

Eine weitere und für uns sehr erschreckende Aussage fanden wir nur drei Seiten weiter auf Seite 457. Dort steht bei der „Hand-Mund-Fuß-Krankheit“ unter „Verbreitung“: [Zitat] „betroffen fast ausschließlich Säuglinge und Kleinkinder aus armen Bevölkerungsschichten“.

Für wie privilegiert oder adelig mag sich jemand selbst ansehen, wenn man so etwas verfasst und niederschreibt?

Handelt es sich hier wirklich um "Arme-Leute-Viren"?
Wie fühlen sich deutschlandweit hierbei wohl die Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern, wie auch Kindergärtner/innen? Wie bewertet beispielsweise wohl der Premierminister von Singapur, S.E. Lee Hsien Loong nach solch einem Kenntnisgewinn sein Land, in dem ebenso wie in allen deutschen Kindertagesstätten und Kindergärten die Hand-Mund-Fuß-Krankheit stetig wiederkehrend anzutreffen ist.
Auch die hier getätigte Prophylaxe Empfehlung: [Zitat] „Kontakte mit Kranken meiden“ ist aus infektiologischer Betrachtung heraus Nonsens.

Fazit

Sollten Sie einmal eine reisemedizinische Beratung erhalten und die beratende Person schaut in ein CRM Buch oder hat eine CRM-Fortbildung, so raten wir zur Vorsicht. Fachwissen und ein Fehlermanagement ist beim CRM aus unserer gemachten Erfahrung offensichtlich nicht zugegen.

Wir werden diese erneute Kritik nun auch nicht mehr an das CRM in Düsseldorf senden, sondern der Einfachheit halber direkt an den Thieme Verlag.

Daneben werden wir das gekaufte Exemplar nun nicht via Amazon (worüber wir es erworben haben) zurücksenden, sondern es bei bevorstehenden Veranstaltungen markiert mit uns führen und es stets zum Thema machen, schliesslich sind gemäß Angabe im Buch u.a. folgende Einrichtungen an dem Werk begleitend beteiligt:

  • Abteilung für infektions- und Tropenmedizin an der Universität Leipzig
  • Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München
  • Abteilung für Reise- und Impfmedizin am Städtischen Klinikum Dresden
  • Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten der Universität Rostok
  • das Auswärtige Amt (Gesundheitsdienst) in Berlin
  • Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) in Hamburg
  • Deutsche Lufthansa AG (Medizinischer Dienst) in Frankfurt
  • Gesellschaft für Immunologie, Schutzimpfungen und Reisemedizin in Rostock
  • GIZ Tropenmedizinische Untersuchungsstelle, Eschborn
  • Impfzentrum Nord, Wien
  • Infektionsabteilung Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam
  • Institut für Medizinische Parasitologie der Universität Bonn
  • Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Universität Wien
  • Institut für Tropenhygiene der Universität Heidelberg
  • Institut für Tropenmedizin der universität Tübingen
  • Missionsärztliche Klinik Würzburg
  • Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und Migrationsmedizin Wien
  • Robert-Koch-Institut Berlin
  • Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus Tübingen
  • Tropenmedizinische Abteilung der Universität Ulm
  • Tropenmedizinische Ambulanz der Universität Düsseldorf
  • ... und Keinem ist je etwas aufgefallen! - ???

Sonderbar, aber ...

Als sehr sonderbar erachten wir das "Agieren" des CRM, denn auf unsere freundlich kollegialen Hinweise an Herrn Prof. Dr. T. Jelinek erhielten wir nie eine Rückmeldung. Vom Geschäftsführer des CRM, Herrn Münnix hingegen gab es einmal eine formelle Rückmeldung, dass man sich über konstruktive Kritik stets sehr freuen würde.
Mehr aber haben wir nie erhalten und einer fachlichen Auseinandersetzung entzieht sich das CRM bis heute.

Bei den von uns schon 2016 vorgebrachten Kritiken hatten wir als Reaktion wenigstens mit der Post eines Anwalts gerechnet - aber auch das ist bis heute ausgeblieben.

Jetzt, im neuen CRM Handbuch Reisemedizin "einfach wie gehabt weiter zu machen", erschreckt uns um so mehr.

Eine fachliche und sachliche Auseinandersetzung mit dem CRM in Bezug auf unsere Vorwürfe würden wir uns schon alleinig hinsichtlich eines medizinischen QM und einer potentiellen Patientensicherheit wünschen und sicher nicht verweigern.

Für uns ganz offensichtlich, mangelt es beim CRM an Verantwortung und an fachlicher Kompetenz. obgleich sich das CRM mit ihrer CRM-Akademie mit vielen Namen präsentiert und diese Personen damit in eine Mitverantwortung nimmt.

Nachtrag:

Am 01. Februar 2017 ist Herr Dr. Udo Schiller vom Thieme Verlag an uns heran getreten. Er ist Mediziner und Mitglied der Thieme Geschäftsleitung.
Am 02. Februar 2017 hatten wir in der Folge mit ihm ein sehr angenehmes Konferenztelefonat und wir sind positiv zuversichtlich ob der Erwartungen für die nahe Zukunft.

Update 18.02.2017:
Die Geschäftsleitung des Thieme Verlages hat uns zu einem konstruktiven Gespräch eingeladen, bei dem wir in einer Runde mit weiteren Teilnehmern und Ärzten des Verlagshauses die sich entwickelte Problematik ausführlich diskutieren wollen. Den Ort des Treffens durften wir aussuchen und so haben wir uns für Stuttgart entschieden, denn wer möchte nicht mal das Mutterhaus des Thieme Verlages besuchen?
Da wir gegenwärtig zeitlich sehr unflexibel sind, haben wir dennoch einen recht zeitnahen Termin ausmachen können und so werden wir am 10. April 2017 in die Landeshauptstadt Baden-Württemberg's reisen.

Update 07.03.2017:
Mittlerweile erreichte uns die Rückmeldung eines renommierten Mediziners welcher in der CRM-Akademie gelistet ist, der sich nun vom Unternehmen CRM distanzieren will.

Update 01.04.2017:
Wir haben das 22. Symposium Reise- und Impfmedizin in Berlin besucht und waren nicht überrascht, dass das CRM nicht zugegen war.

Thieme - Wir - das CRM

Am 10.04.2017 besuchten wir auf Einladung das Thieme Mutterhaus in Stuttgart.
Bei dem Treffen an einem schönen und sonnigen Tag mit u.a. dem Geschäftsführer des Verlages und dem Bereichsleiter Medizin, haben wir während konstruktiver Gespräche mit den Thiemevertretern ein ernsthaftes Interesse an der Verbesserung der von uns hier angemahnten Problematik vernehmen können.
Unsere im Gepäck befindlichen Lösungsvorschläge haben wir jedoch aufgrund unvereinbarer Standpunkte zwischen uns und den anwesenden CRM-Vertretern hierbei nicht vorgetragen.


(08.01.2017 - tho und Nachtrag 11.04.2017 - tho)

Warum?

Ja, es gibt einen Grund, warum wir dieses unangenehme Thema hier öffentlich machen.
In den Werken des CRM sind schon alleine in den Basisinformationen zu Krankheitsbildern von A/Aids bis Z/Zika wissenschaftlich belegbare Fehler enthalten, mit folgenden Konsequenzen:

Nachdem wir nun über einen Zeitraum von 2 Jahren vergeblich versucht haben mit den verantwortlichen Personen des CRM die Thematik freundlich, sachlich und wissenschaftlich fundiert zu diskutieren, bleibt uns nun keine andere Wahl mehr, als "die Kompetenz des Unternehmens" öffentlich zu kritisieren.
Dies tun wir in Ihrem und unserem Sinne.



Unser Fazit:

Im April 2017 haben wir die Thematik abgeschlossen!
Wie, erfahren Sie >>HIER<<

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