Offener Brief an BM Jens Spahn

Sehr geehrter Herr Minister Spahn,

seit Jahren verweigern Sie (wie auch die zuständigen Politiker auf der Landesebene in Niedersachsen) sich eines Gespräches und daher fasse ich hier das Thema in einem offenen Brief noch einmal zusammen.

In Deutschland entwickelt.

In den Jahren 2005 bis 2009 entwickelte ich im Auftrag des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und unter der Schirmherrschaft der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ein Konzept zur Verbesserung und Überprüfung der medizinischen Behandlungsqualität in Krankenhäusern.
Bei den hierbei von mir weltweit durchgeführten Zertifikations-Audits stellte sich schon frühzeitig immer wieder der Fachbereich "Infektionskrankheiten" als Problem dar.
Um dieses Problemfeld zu verbessern oder gar zu beseitigen, entwickelte ich in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI in den Jahren 2007 bis 2012 einen "elektronischen Arzt" mit dem Projektnamen "docQuery". Dieser KI-Arzt war auf den Fachbereich "Reisemedizin" ausgelegt und das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden.
In den Jahren 2011 bis 2015 beschäftigte ich mich daraufhin mit der Zusammenstellung eines für die KI-Software angepassten Kompendiums zu auf unserem Planeten vorkommende, medizinisch-wissenschaftlich beschriebene Infektionserkrankungen des Menschen.

Struktur der KI-Software "docQuery" Struktur der einzelnen Infektionskrankheiten

Diese beiden Komponenten haben wir wiederholt versucht (da es sich ja um Allgemeingut handelt) über die Bundes- und Landespolitik in die öffentliche Nutzung zu bringen. Wie Ihnen bekannt ist, leider bis heute ohne Erfolg.

...im Ausland im Einsatz

Die IT-Entwicklerin der KI-Software "docQuery" hat Deutschland bereits verlassen. Die Software ist angepasst im nicht-medizinischen Sektor bereits in Norwegen (auf Ölbohrplattformen) und in den USA (bei einem großen Landmaschinenhersteller) im Einsatz und Teile dieser Software werden gerade angepasst bei Airbus integriert.

Ich habe Deutschland beruflich auch bereits verlassen und bin am Campus Bangkok Hospital in Thailand, wo ich infektologisch für etwa 1.5 Mio. ausländischen Patienten aus über 160 Ländern der Erde zuständig bin, welche pro Jahr in den BDMS-Kliniken behandelt werden. Ich wohne in Hannover, da meine Frau hier noch als Neurochirurgin tätig ist. Daher weiss ich auch, wie dringend dieses infektologische Fachwissen hier in Deutschland benötigt wird - hier ein paar Belege.

Was hatte ich angeboten?

Die KI-Software "docQuery" und das evidenzbasierende medizinische Wissen (zu über 1.150 humanpathogenen Infektionskrankheiten und zu über 2.000 humanpathogenen Erregern) sollte zusammengeführt als intelligente Wissensdatenbank in Öffentliche Hand überführt werden.

Wer profitiert von einer stets erreichbaren, unabhängigen und evidenzbasierten "Intelligenten Datenbank zu Infektionskrankheiten"?
>> Ärzte in Praxen
>> Kliniken und Krankenhäuser
>> Gesundheitsämter (u.a. insbesondere in Bezug auf Bio-Waffen/-Terror)
>> Polizei (u.a. insbesondere in Bezug auf Bio-Waffen/-Terror)
>> Feuerwehr (u.a. insbesondere in Bezug auf Bio-Waffen/-Terror)
>> Zoll (u.a. insbesondere in Bezug auf Bio-Waffen/-Terror)
>> Zivilschutz/Katastrophenschutz (u.a. insbesondere in Bezug auf Bio-Waffen/-Terror)
>> Medizinische Fakultäten
>> ...

Der Bund

Aus Berlin bekam ich nur den Verweis auf das Robert Koch Institut, wo man doch das ganze Fachwissen besitzen würde.
Komisch nur, dass beim Ausbruch des Erregers Acinetobacter baumannii am Uniklinikum Kiel zum Jahreswechsel 2014/2015, das Robert Koch Institut nicht helfen konnte.
Komisch auch, dass das Robert Koch Institut nicht von sich aus das Infektionsschutzgesetz zur Änderung in Bezug auf Tuberkulose angestoßen hat.
Sonderbar auch, dass das Robert Koch Institut sich scheinbar vorsätzlich der wissenschaftlichen Weiterentwicklung verweigert, wie belegt im Falle der Lyme-Krankheit im Mai 2019.

Das Land Niedersachsen

Vom Land Niedersachsen bekam ich lapidare Ablehnungen mit der Begründung, dass die Gesundheitsämter das Fachwissen besitzen würden. Daher wollte man auch meiner Bitte um Unterstützung für die Durchführung einer Fortbildungsveranstaltung nicht nachkommen.
Komisch nur, dass die dennoch von mir durchgeführte Fortbildungsveranstaltung Amtsärzte aus ganz Niedersachsen und angrenzenden Bundesländern nach Hannover lockte.
Komisch war auch, dass ich selbst von Polizeidienststellen um Vorträge gebeten wurde.
Mich verwunderte jedoch besonders, dass obgleich meines Hinweises, niemand in Niedersachsen je auf die Idee gekommen ist, das Infektionsschutzgesetz IfSG ändern zu lassen...

Keine Zeit - über Jahre...

Ich wohne in Deutschland. Das Wissen habe ich aus Deutschland heraus zusammengetragen. Der "docQuery" wurde in Deutschland entwickelt.
Die Politik redet von KI und sucht nach Möglichkeiten, Ärzten auf dem Land Hilfen bieten zu können, Digitalisierung ist ein tägliches Thema, ... - daher ist es für mich verwunderlich, warum die Politik sich eines Gespräches aktiv verweigert.

Ganz bewußt habe ich in den vergangenen Jahren die Politiker der AfD NICHT in die Thematik involviert. Was wäre wohl geschehen, wenn ein AfD-Politiker alleine nur das von mir angeführte Problem des Infektionsschutzgesetzes in Bezug auf Tuberkulose verstanden hätte...?

In Ihrer Funktion als Bundesminister hatte ich Ihnen, wie auch dem Land Niedersachsen, dieses Projekt lediglich zur Übernahme und Realisierung angeboten.

Herzlichst,
Thomas Ly

Nachtrag: "Corona 2020"


Wie evidenzbasiert effektiv diese angebotene künstlich intelligente Infektions-Datenbank ist, zeigte sich in der Vergangen wiederholt (u.a. im Falle der Tuberkulose-Screeningverfahren, beim Ausbruch des Erregers Acinetobacter baumannii im Universitätsklinikum Kiel, ...).

Jetzt am 02. September 2020 führen Sie, Herr Minister Spahn, an, dass "mit dem Wissen von heute, ein Lockdown...".

Das Wissen von heute hätten Sie doch bereits Anfang des Jahres 2020 haben können. Sie haben es mir gegenüber jedoch seinerzeit wiederholt aktiv zur An-/Übernahme abgelehnt.

Hier zur Information ein Auszug des vorhandenen, evidenzbasierten Fachwissens vom 15. Februar 2020:

>> Stay worry-free from Coronaviruses.


(29. Oktober 2019 - tho / 03.09.2020 - tho)

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